Die Notärztin

vampiresk verwandelt frei nach Goethes »Erlkönig«
von Friedhelm Schneidewind
zu singen nach der  bekannten Melodie von Johann Friedrich Reichardt


Der Text ist entnommen dem Buch »Geworfen in die Ewigkeit« von Friedhelm Schneidewind, illustriert von Ulrike Schneidewind, Saarbrücken 1997, ISBN 3-932683-03-X, 64 S., 9 EUR
Mit Noten und Gitarrenbegleitung ist das Lied enthalten im Liederheft »Liebe und Tod« von Friedhelm Schneidewind, illustriert von Ulrike Schneidewind, Saarbrücken 1998, ISBN 3-932683-05-6, 48 S., 11 EUR
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Video vom Auftritt in Leipzig beim Wave-Gotik-Treffen 1999 (Lange Nacht der Vampire): 2:53 Min.,WMV, 160 x 120 Pixel, 1 MB

Video vom Auftritt in Wetzlar beim Liederabend »Drachenhort und Elbentod« in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar am 8. September 2012: 2:20 Min., WMV, 400 x 320 Pixel, 6,4 MB


Wer rast da so spät durch Nacht und Wind? 
Ein Krankenwagen mit Vater und Kind, 
mit Blaulicht und Sirene zum Krankenhaus hin,
Sanitäter vorne, Notärztin hinten drin.
»Guter Mann, was bergen Sie so bang Ihr Gesicht?« 
»Sehn, Frau Doktor, Sie diese Wunden nicht?«
»Wir kriegen Sie schon wieder hin, Sie und Ihr Kind, 
vorausgesetzt, dass Sie privat versichert sind.«
»Mein Vater, mein Vater, siehst Du denn nicht, 
diese gierigen Augen im verzerrten Gesicht?« 
»Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind, 
das sieht nur so aus, weil wir so aufgeregt sind!«
»Mein Vater, mein Vater, und siehst Du nicht hier, 
diese langen Zähne, die sie fletscht wie ein Tier?« 
»Mein Kind, mein Kind, ich seh' es genau, 
das sind alte Kronen, die sind schon ganz grau.«
Dem Vater grauset, doch nicht mehr sehr lang, 
dann hat die Notärztin ihre Pflicht getan, 
gibt nach vorne ein paar Beutel mit Blut so rot, 
im Krankenhaus melden sie: »Beide sind tot!«

© 1997 Friedhelm Schneidewind 
Im Internet finden sich noch zahlreiche Geschichten, Lieder und andere Texte von Friedhelm Schneidewind.

Bei Aufführung unbedingt Meldung an die GEMA; GEMA-Werknummer 4.199.019